19.03.2017

LOGO. Die Kunst mit dem Zeichen

TV-Bericht im BR-"SÜDLICHT" vom 25.01.17

Viele konkrete Künstler wie Max Bill, Anton Stankowski oder Victor Vasarely haben wichtige Logos für bedeutende Marken geschaffen. Bis heute liegt die Verbindung von Zeichen und der signalhaften Malerei in der Konkreten Kunst nahe. Das MKK geht erstmals dieser Beziehung nach und schafft dabei eine übergreifende Ausstellung, die Kunst, Grafikgestaltung und Design in bisher nie gezeigter Weise zusammenbringt.

Logo-Gestaltung und Konkrete Kunst zwei gestalterische Felder mit auffällig vielen Parallelen
Ein Logo ist dann gut, wenn man es mit dem großen Zeh in den Sand kratzen kann, derart beschrieb Kurt Weidemann, Gestalter des Logos der Deutschen Bahn, eine gelungene Ausführung. Tatsächlich sind Verständlichkeit, Unverwechselbarkeit, Einprägsamkeit und Reproduzierbarkeit die Kriterien, an denen sich ein Logo bis heute messen lassen muss. Um diese Ziele zu erreichen, bedienen sich Designer häufig exakt derselben Mittel, die in der Konkreten Kunst Anwendung finden: Sie nutzen Grundformen, setzen auf Signalfarben und kommen immer mehr zur Reduktion. Diese Bezüge und Parallelen zeigt die Ausstellung eindrücklich auf, indem sie Kunst in direkter Nachbarschaft zur Logo- und Produktgestaltung präsentiert.

Konkrete Künstler als Logo-Gestalter
Der Erzählstrang der Schau geht mit der Linie, Form, Farbe und Fläche von den grafischen Bildelementen selbst und ihrer vielfältigen Verwendung aus. Gleichzeitig macht die Ausstellung kenntlich, dass zahlreiche Vertreter aus der Kunst- und Designsammlung des Museums für Konkrete Kunst selbst Logo-Gestalter waren: So ließ der Autohersteller Renault ein Zeichen von dem Op-Art Künstler Victor Vasarely und seinem Sohn Yvaral entwerfen, Karl Duschek entwickelte das Logo zur Deutschen Börse und Anton Stankowski gestaltete für die Deutsche Bank den berühmten
„Schrägstrich im Quadrat“, der zu einem der bekanntesten Markenzeichen im globalen Finanzsektor geworden ist.

Gestalterbiografien, Firmenhistorien und Designgeschichte
Die Ausstellung räumt dabei nicht nur den aktuellen, sondern auch den historischen Zeichen ausgewählter Beispiele wie Audi, Nivea und Langenscheidt einen Platz ein. Dadurch macht die Ausstellung den Weg hin zu einem Logo anschaulich. Gleichzeitig zeichnet sie pro Exempel eine individuelle Gestalterbiografie oder eine jeweils spezielle Firmenhistorie nach und erzählt somit eine gemeinsame Designgeschichte seit dem frühen 20. Jahrhundert.

Raum für zeitgenössische Kunst
Dabei will die Ausstellung
„LOGO. Die Kunst mit dem Zeichen“ allerdings nicht als bloße Chronik wahrgenommen werden. Tatsächlich gibt sie neben all den gezeigten Archivfunden, Werbemitteln und Verkaufsobjekten auch zeitgenössischen Künstlern, wie Daniel Pflumm, Guido Münch und Ben Hübsch, Raum. Mit ihren Leuchtkästen und grellen Wandarbeiten setzen sie sich künstlerisch mit der Thematik des Logos auseinander.